Sonnenuntergänge fotografieren


Sonnenuntergang mit Leuchtturm

Der Sonnenaufgang – Wie viele Fotos und gemalte Kunstwerke mag es weltweit davon geben? Man wird sie nicht zählen können, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit gehören Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge zu den beliebtesten Motiven von Fotografen und Malern.

Die Sonne fasziniert uns ohnehin zu jeder Tageszeit. Immerhin ist sie eine der wichtigsten lebensspendenden Komponenten unseres Daseins. Und sie spendet uns das Licht, dass wir zum Fotografieren und Malen benötigen. Wer sich schon mit Farbmanagement und Farbtemperaturen beschäftigt hat, der weiß etwas über die veränderten Farbspektren des Sonnenlichtes in Abhängigkeit von der Tages- und Jahreszeit.

Professionelle Landschaftsfotografen schwören ohnehin auf die Zeiten um die Dämmerung. Viele gehen auch so weit und sagen, dass gute Landschaftsaufnahmen nur zu den Zeiten rings um den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang möglich sind. Dazu gehört besonders die Stunde vor dem Sonnenuntergang oder die Stunde nach deren Aufgang. Sehr wichtig in der Fotografie ist auch die blaue Stunde, die Zeit an einem wolkenfreien Abend kurz nach dem Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang an der Granitküste

Wie fotografiere ich nun aber einen Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang richtig? Hier sind ein paar einfache Tipps, die in der Regel schöne und beeindruckende Aufnahmen garantieren. Diese Tipps gelten relativ ähnlich für die Fotografie bei Nacht oder zur blauen Stunde.

  1. Wählen sie schon vor Eintritt des Sonnenuntergangs einen geeigneten Standort. Sonst könnte wertvolle Zeit verloren gehen und plötzlich ist die Sonne am Horizont verschwunden, ehe sie zum Drücken des Auslösers kommen.
  2. Die automatische Belichtungssteuerung versagt oft beim Fotografieren des direkten Sonnenlichtes. Immerhin ist dies im Prinzip eine Gegenlichtaufnahme. Ich nehme immer mindestens 3 unterschiedliche Belichtungszeiten bzw. Stufen für ein Motiv. Viele Kameras haben einen HDR-Modus oder erlauben die manuelle Korrektur.
  3. Verwenden sie ein Stativ und einen Fernauslöser. Wenn sie dieses Zubehör nicht dabei haben, dann hilft oft auch eine solide Auflage und die Nutzung des Selbstauslösers.
  4. Nehmen sie auch die RAW Daten auf und korrigieren sie den Weißabgleich dann später am PC.
  5. Nehmen sie ein lohnenswertes Motiv in den Vordergrund oder in ein Drittel des Bildes. Reine Sonnenuntergänge können schnell langweilig wirken. Ein Leuchtturm, ein Fahrrad am Strand – es gibt zahlreiche Möglichkeiten.
  6. Fangen sie auch die Stimmung abseits der Sonne ein – die Reflexionen auf dem Wasser, der Nebel am Waldesrand oder Lichter eines nahen Gebäudes.

Man muss aber auch ganz ehrlich sagen, dass Bilder der untergehenden Sonne auch dann faszinieren können, wenn sie nicht wirklich perfekt gelungen sind. Es geht hier wie oft in der Fotografie um die Stimmung, die man einfängt und auch transportieren möchte.

Ich wünsche gutes Gelingen bei Fotografieren eines Sonnenuntergangs.

2 Comments

  1. Dieter sagt:

    Sehr schöne Fotos und guter Beitrag! Bilder in der Abenddämmerung sind wirklich meist ein Eyecatcher und man muss es auch mit der Farbechtheit nicht so ernst nehmen.
    Vielleicht noch eine kleine Ergänzung. Ich verwende oft ein Neutralfilter, eine Art Verlaufsfilter, welches im oberen Bereich das Sonnenlicht stärker dämpft und dadurch den Bildkontrast mindert. Grüße aus Freiburg

  2. admin sagt:

    Danke für den Hinweis.
    Viele Fotografen verwenden Neutralfilter mit Verlauf für solche Gegenlichtaufnahmen. Man sollte durchaus für Fotos von Sonnenuntergängen mal mit Filtern experimentieren. So kann zum Beispiel zur besseren Hervorhebung vorhandener Wolken der Einsatz eines Polarisationsfilters sinnvoll sein. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
    Vielleicht magst du auch ein paar deiner Fotos hier posten?