Fotografieren im Herbst: Goldene Jahreszeit


Der Herbst ist die Jahreszeit, die wahrscheinlich bei den meisten Landschaftsfotografen am beliebtesten ist. In keiner Jahreszeit ist es so einfach, einem Bild eine harmonische Mischung aus warmen und interessanten Farben zu geben. Nicht nur die Farbenvielfalt am Laub der Bäume gibt der Stimmung eine warme Note.

Da die Sonne nicht mehr so hoch am Himmel steht wie im scheidenden Sommer wirkt das vorhandene Licht deutlich wärmer und rötlicher.

Dieser niedrige Sonnenstand lässt auch bei sonst in der Landschaftsfotografie eher gemiedenen Tageszeiten die Schatten nicht mehr so hart und lang erscheinen.

Da die Herbstfarben von Haus aus sehr starke Kontraste haben sind auch Bilder an wolkigen Tagen durchaus ein Blickfang. Das durch Nebel oder Wolken diffus gestreute Licht kann den Fotos eine zusätzliche Harmonie verleihen.

Beliebt sind natürlich Aufnahmen mit golden schimmernden Blättern, die sich in Nachbarschaft zu rotem Laub befinden und sich dann auch noch von einem strahlend blauem Himmel abheben. Wenn man dann noch mit einem Polarisationsfilter arbeitet, der die Kontraste noch weiter erhöht und störende Reflexe beseitigen kann dann kommen an sonnigen Herbsttagen schnell unzählige Herbstmotive im Postkartenstil zusammen.


Solche Kontrast- und Farboptimierungen lassen sich allerdings gerade auch bei Herbstfotos sehr schön mit einem Bildbearbeitungsprogramm ausführen. Man muss aber bei aller Schönheit und dem anziehenden Farbkontrast solcher Aufnahmen aufpassen, dass sie nicht zu übertrieben sind und dann schon wieder kitschig wirken.

Der gern verwendete Ausdruck „Goldener Herbst“ markiert in unseren Breitengraden besonders die Zeit Mitte Oktober bis Anfang November. Harmonisches Licht, gelb bis leicht rötlich gefärbtes Laub, immer noch leicht wärmende Sonnenstrahlen – dies macht alles den Reiz dieser Zeit aus, die ich persönlich sehr liebe.

Man hat den Eindruck, dass sich diese goldene Jahreszeit in den letzten Jahren immer mehr in die Mitte des November verlagert, was vielleicht auch mit dem Klimawandel zu tun hat. Daher kann man auch nicht mehr unbedingt nur vom Goldenen Oktober wie noch vor vielen Jahren sprechen.

Ich mag diese Tage als Romantiker und als Fotograf. Da ich Fotografie, Kunst und Romantik eng verknüpft sehe sind Frühling und Herbst ohnehin meine bevorzugten Jahreszeiten. Lange Wanderungen, der Genuss der frischen Luft, all dies lässt sich wunderbar mit der Suche nach lohnenswerten Motiven verbinden.

Diese Herbstromantik muss auch nicht verfliegen, wenn sich dann immer mehr das Grau und der Nebel des Novembers zu den Farben der herabgefallenen Blätter gesellen. Diese Novembertage versprühen dann auch noch eine gewisse Melancholie. Wie man diese Zeit dann auch als Fotograf für gute Fotos nutzen kann werde ich in einem der nächsten Artikel beschreiben.

 

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